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Imagination 25.06.2017

Veröffentlicht am 25 Juni 2017von: Greta Adolf-Wiesner
in Aktuell

Liebe Freunde,

Jeder Mensch verfügt grundsätzlich über die Fähigkeit zu imaginieren und jeder Mensch verwendet diese Fähigkeit, meistens noch in Kindertagen, doch mit  zunehmendem Alter scheinen wir die Haltung zu erwerben, dass wir uns der „Relaität stellen müssen“, statt uns irgendwas vorzustellen, was „eh“ nicht der Wirklichkeit entspricht. Wir kommen mehr und mehr zu einer Weltsicht, in der wir für real halten, was sich „ZEIGT“ und scheinen vergessen zu haben, dass sich allem was sich zeigt, ein Gedanke, eine innere Gestaltung vorausgegangen sein muss.

Wenn wir uns nur daran erinnerten, dass jeder Erfahrung immer ein „schöpferischer Akt“ vorhergeht und dass unsere Gedanken, unsere Gefühle, unsere Fähigkeit im Inneren zu gestalten, nicht unnötige Überbleibsel einer lang vergangenen Zeit sind, sondern UNVERZICHTBAR für unser Erleben, dann würden wir wohl alle mehr Zeit damit verbringen, unsere Erfahrungen innerlich vorwegnehmend zu gestalten und zu „erdenken“ und „erfühlen“.

Den Platz, den wir der Imagination zubilligen, halten wir streng getrennt von dem was „wirklich“ ist, er findet Platz in Mythen, Märchen, Sagen, in Science Fiction und Phantasy, in „Kindergeschichten“. … Fliegende und sprechende Drachen sind genauso möglich, wie Fahrräder, die Detektivaufgaben übernehmen, Monstergestalten, gute Feen, die zaubern können, Barbapapas die jede Form annehmen können (Shapeshifting), wandernde Bäume, sprechende Steine, geheimnisvolle Türen, die sich wie Sesam öffnen…

Sommernachtstraum, Harry Potter, Raumschiff Enterprise, Herr der Ringe, Avatar, die Geschichten von Michael Ende – um hier nur einige Beispiel zu nennen – sind voll von zauberhaften Gestalten, die alle der Imagination ihrer „Schöpfer“ entsprungen sind.

Kindern beim Spielen mit unsichtbaren Gestalten zuzusehen zeigt uns, wie sehr sie in ihrer Imagination zu leben verstehen.

Den großen Erfindungen und Einsichten hunderter von Jahren der Menschheitsgeschichte sind Imagination (und Intuiton) vorangegangen – es gäbe wohl kein Flugzeug, wenn Menschen nicht den Traum vom Fliegen gehabt hätten… Gerade den technologischen Entwicklungen, die sich geradezu rasant vermehren, gehen die Träume von Menschen voran.

Warum also nicht die Imagination noch viel weiter einsetzen? Warum nicht glückliche „smilie-Zellen“  imaginieren, Wundertropfen, die Tumore dematerialisieren, Gewebe, die sich selbst im Hand-um-Drehen regenerieren?  Why not: sprechende Organe visualisieren, die uns sagen, was sie brauchen, lachendes Blut, ein hervorragendes Kommunikationssystem zwischen Zellen, Putztrupps für den Körper, die alle Systeme reinigen, Fähigkeiten und Informationen aller Art, die wir aus dem Feld unbegrenzter Möglichkeiten einfach „Downloaden“, ein „schnelleres Hirn“, etc.. Die Grenzen dessen, was ich zu imaginieren bereit bin liegen dabei bei mir.

Worauf müssen wir dabei achten: Die Imagination nicht in das Reich des „Magischen“, Kindlichen zu verbannen, abzuwerten oder einzugrenzen wie einen „Vergnügungspark“, oder sie nur als Entertainment im Kino zu unterhalten. Wenn wir – so wie Technologen das jederzeit tun, Ergebnisse und Einsatzmöglichkeiten dafür erwarten, die allen Menschen in allen wesentlichen Bereichen zugute kommen, dann wird die Imagination auch einen „besseren Ruf“ erhalten.

Damit einhergehend wird auch die Wirkung von Symbolen bzw. das Einbeziehen der Fähigkeit zu Symbolisieren – also einer nonverbalen Ebene des Gestaltens von Lebenserfahrung – mehr Verwendung finden.

Allen einen guten Tag wünscht Greta

PS: In der letzten Zeit habe ich besonders die YouTube -Videos “ In conversation with the mystic“ genossen, eine Freude, ein intellektueller und spiritueller Genuss.